Im und rund um den Nationalpark Sierra Nevada entspringt eine Vielzahl an Thermalquellen, der bekannteste Kurort ist Lanjaron, daneben findet man aber auch viele kleine Quellen, wie die Heilbäder von Urquiza und Bacamía, die versteckt in einem Seitental bei der Ortschaft Dúrcal liegen. Von Dúrcal aus führt eine zwei Kilometer lange Straße nach Südwesten, einfach der Beschilderung „Baños Medicinales“ folgen, an deren Ende sich einige Parkplätze befinden. Die Heilbäder liegen in fußläufiger Entfernung, und zwar etwas unterhalb im Tal, durch das der Río Dúrcal fließt und so eine üppige Vegetation an seinen Ufern möglich macht.

Das große Heilwasserbecken Baño de Bacamía

Die schon von den Römern geschätzten Heilbäder befinden sich etwas flußauf- bzw. flussabwärts. Die beiden kleinen Becken „Baño Chico“ sind die Heilquelle von Urquiza, das große Becken „Baño Grande“ kennt man als Heilquelle von Bacamía, sie liegen etwa 150 Meter voneinander entfernt. Alle drei Heilquellen weisen einen mittleren Mineralstoffgehalt auf und entspringen mit einer Temperatur von 23,9 Grad.

Klares Wasser des Río Dúrcal aus der Sierra Nevada

Die Höhle Cueva del Gato (GPS 36.727427, -5.238506) ist ein einzigartiges Naturmonument nahe von Benaoján in der Sierra de Grazalema. Die Höhle ist der Ausgang eines wasserführenden Höhlensystems mit einer Länge von 4 Kilometern. Hier tritt der Fluss Río Guadares wieder ans Tageslicht, nachdem er bei der Garganta del Hundidero in den Berg eintritt. Der Fluss bildet einen Teich, an den im Sommer viele Leute zum Baden kommen.

Das Höhensystem wird erhält auch den Namen Hundidero-Gato, es ist die bedeutendste Karsthöhle Andalusiens mit Tropfsteinen und unterirdischen Hallen, die eine Höhe von 70 Metern erreichen. Die Höhe ist spielte auch in der Zeit der Bandoleros von Ronda in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine wichtige Rolle als Unterschlupf für die Straßenräuber. 

Auf einem Hügel südlich des alten Ortszentrums von Baños de la Encina liegt die maurische Festung Castillo de Burgalimar, erbaut im 10. Jahrhundert, als das Gebiet der heutigen Provinz Jaén noch unter arabischer Herrschaft stand. Es liegt an einem strategisch wichtigen Ort im Tal des Flusses Guadalquivir und wurde als eine von mehreren ähnlichen Festungsanlagen in der Sierra Morena unter dem Kalifen Alhakén II. (915 bis 976) errichtet, der auch am Ausbau der Moschee von Córdoba maßgeblich beteiligt war. Diese Burgen, zu denen auch das Castillo de El Vacar in Córdoba gehört, waren keine Verteidigungsanlagen, sie dienten vielmehr der Beherbergung von Truppen, die auf dem Weg in die nördlich gelegenen christlichen Königreiche waren.

Der Name Burgalimar geht auf das arabische Bury al-Hamma zurück, was so viel wie Kastell der Bäder bedeutet. Die Festung steht seit 1931 unter Denkmalschutz, sie gehört zu den am besten erhaltenen Bauwerken aus der Zeit des Kalifats von Córdoba. Fast die gesamte Anlage bestehend aus einer eindrucksvollen Mauer und  Türmen ist im Originalzustand, nur im Innenhof wurden Wege und Treppen angelegt, um das Bauwerk für Besucher zugänglich zu machen.

Die maurische Festung Burgalimar von Baños de la Encina

Auf der nördlichen Seite der Festungsanlage sieht man einen runden Turm, der sich deutlich von den anderen vierzehn Türmen unterschiedet und der in Richtung des Dorfes blickt. Dies ist der Torre del Homenaje (Turm der Huldigung), der im 15. Jahrhundert errichtet wurde, als das Kastell bereits zum christlichen Spanien gehörte. Der Weg dorthin war steinig, denn nach dem Untergang des Kalifats von Córdoba im 11. Jahrhundert wechselte die Festung mehrmals den Besitzer und fiel endgültig erst 1225 an Ferdinand III. von Kastilien. Auch in der Zeit danach blickt das Kastell auf eine ungewöhnliche Geschichte zurück, so diente der Innenhof der Festung in der Zeit nach der napoleonischen Besetzung bis zum Jahr 1828 als Gemeindefriedhof.

Der Innenhof des Castillo de Burgalimar in Baños de la Encina

Die Festungsanlage hat einen ovalen Grundriss und nimmt eine Fläche von 2.700 Quadratmetern ein, wobei sie 100 Meter lang und 46 Meter breit ist. Die Mauern und die 14 maurischen Türme sind aus Stampflehm (Pisé), eine Bauweise, die die Errichtung der Anlage in relativ kurzer Zeit erlaubte. Ein Erbe der christlichen Architektur ist der Torre del Homenaje aus Stein sowie die kleine ebenerdige Befestigungsanlage im Innenhof.

 

Eintritt und Öffnungszeiten

Im Eintrittspreis von 3 Euro pro Person ist eine Führung enthalten, die eine halbe Stunde dauert und auf Spanisch bzw. gleichzeitig (gebrochenem) Englisch stattfindet.

 

Winter (16.9. bis 31.5)

– Mo. bis Fr.: 11.00 Uhr, 13.00 Uhr, 17.00 Uhr

– Sa., So., Feiertag: 10.30 Uhr, 11.15 Uhr, 12.15 Uhr, 13.30 Uhr, 16.30 Uhr, 17.30 Uhr und 18.15 Uhr

 

Sommer (1.6 bis 15.9)

– Mo. bis Mi.: 11.00 Uhr, 13.00 Uhr bzw. Do. und Fr. zusätzlich 19.00 Uhr

– Sa., So., Feiertag: 10.30 Uhr, 11.15 Uhr, 12.15 Uhr, 13.30 Uhr, 19.15 Uhr, 20.00 Uhr und 20.45 Uhr

 

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